Gentechnik - ja oder nein?

18 Apr 2009

Diese Woche wurde in Deutschland der Anbau von Monsanto Genmais verboten. Ich bin für dieses Verbot. Aber warum? Weil ich Angst vor Gentechnik habe? Nein, das ist nicht wirklich der Grund. Also welche Gründe könnte ich haben?

Freigabe erst nach umfangreichen Untersuchungen

Bevor der Genmais ausgesäht wird, sollte er natürlich umfangreich untersucht werden, insbesondere die Probleme bei der Übertragung des neuen Genmaterials in andere Pflanzen, die auf / in der Nähe des entsprechenden Feldes wachsen. Diese Versuche sollten erstmal nicht auf einem freien Feld geschehen. Sobald unabhängige Überwacher diese Pflanzen als unbedenklich bestätigt haben, und auch in Tierversuchen festgestellt wurde, das diese Pflanzen die Tierwelt nicht stärker als gewollt beeinflussen (nur die "Schädlinge" tötet z.B.), kann man die Pflanzen auf Feldern testen und Versuche an Menschen starten. Diese Pflanzen sollten nicht anders behandelt werden wie andere Lebensmittelzusätze oder Pflanzengifte. Es gibt schon existierende Untersuchungsmethoden für herkömmliche Zusätze / Pflanzengifte. Diese sollten auch für genverändertes Material gelten. In den USA hat Monsanto es z.B. geschafft, das gentechnisch verändertes Material ungetestet als Nahrungsmittel freigegeben wurde.

Patente

Das größere Problem ist das Problem der Patente und Lizenzen. Monsanto und Co haben schon öfter versucht, Bauern zu Lizenzzahlungen zu verdonnern, die Monsanto-Samen nicht einmal verwendet haben. Diese Bauern hatten Ihre Felder einfach nur neben den Feldern von Monsanto-Bauern. Durch den Wind wurden die Samen einfach auf das Feld des Bauerns geweht. Ein Bauer muss die Möglichkeit haben, ohne Lizenzgebühren zu zahlen, die Samen der letzten Ernte wieder zu benutzen. Ein Copyright und Lizenzgebühren auf dieses Material schadet den Bauern zu sehr und zwingt diese mittelfristig in den Würgegriff der großen Konzerne. Was dann mit den Bauern passiert, zeigt zum Beispiel diese Doku mehr als deutlich. Patente auf Leben sollten meiner Meinung nach nicht erlaubt werden. Dies führt dazu, das ich nicht mehr Besitzer meiner eigenen Gene bin. Kranke Vorstellung, oder? Aber es gibt schon sehr viele Gensequenzen auch in deinem Körper, die dir nicht selber gehören, sondern bestimmten Firmen. Du kannst z.B. einige Tests für einige Arten von Krebs nicht an dir durchführen, ohne Lizenzabgaben zu zahlen. Ich persönlich will nicht, das nur noch 2 große Firmen über die Nahrung der Welt entscheiden. Natürlich müssen Firmen die Möglichkeit haben, die eigenen Forschungen gewinnbringend zu nutzen, aber ein Kompromiss wäre zum Beispiel, die Patente zeitlich zu Befristen auf 10 Jahre, die Zeit sollte bewusst relativ kurz gewählt sein. Dabei ist natürlich auch darauf zu achten, den Firmen keine Hintertüren zu lassen. Zum Beispiel in dem man Pflanzen so verändert, das diese nur noch mit einem speziellen Dünger wachsen, den nur eine Firma erzeugen darf.

Ja, aber ...

Es gibt sehr viele Menschen, die einfach "nur so" gegen Genmais und Co sind. Aber einfach nur dagegen zu sein, ohne auch nur die Forschung zu erlauben, ist irgendwie kurzsichtig. Solche Einstellungen kommen aus dem Mittelalter, wo Aberglauben noch seinen Platz hatte. Ich persönlich bin nicht gegen Genveränderungen. Diese müssen nur erst sehr genau untersucht werden, bevor diese auf die Menschheit losgelassen werden. Zu diesen Untersuchungen sollten natürlich nicht nur die biologische Verträglichkeit sondern auch ethische Überlegungen zählen. Und ohne eine Lösung der Patentfrage werde ich mich dem Genfood auch weiter verweigern, wo es nur geht. Allerdings sollte jeder wissen, das er selbst hier in Europa schon sehr viel Genfood zu sich nimmt. Auch ohne, das dies auf der Packung steht.