Mogadischu und die Zensur...

30 Nov 2008

Gerade ist der Film "Mogadischu" zu Ende gegangen. Eine sehr intensiver Film über die Entführung der Landshut. Wirklich gut gemacht und spannend inszeniert. Den Film kann ich echt weiterempfehlen.

Allerdings wird da bei dem ganzen Terrorismus ein wichtiger Fakt unterschlagen. Der Rechtsbruch, den Kanzler Schmidt begangen hat.

Ein Hobbyfunker – wenn ich mich richtig erinnere, in Israel – hat irgendeines der Telefonate mitgekriegt und daraus den richtigen Schluss gezogen, dass die Deutschen versuchen werden, das Flugzeug zu kapern. Eine Nachrichtenagentur hatte auch schon Wind davon bekommen. Die Bonner Redaktion der Welt erfährt davon und druckt das auf Seite eins. Irgendjemand ist zufällig abends in der Stadt Bonn, vielleicht war es Klaus Bölling, und sieht an den Kiosken diese groß aufgemachte Ausgabe der Welt, die bereits am Vorabend am Bahnhof verkauft wird; er kommt voller Aufregung zu mir gelaufen. Ich rufe den gerade verantwortlichen Redakteur Hertz-Eichenrode an und drohe ihm Schreckliches an, wenn er es nicht fertigbringt, sofort alle bereits ausgegebenen Zeitungen wieder einzusammeln. Und er hat es getan.

(Quelle)

Natürlich ist das ganze eine echt üble moralische Zwickmühle. Soll man Zensur üben um eventuell Menschen zu retten? Wenn man Zensur komplett durchdenkt, kommt man zu dem Schluss, dass Zensur, egal wofür und wogegen tendenziell schlecht ist. Wenn wirklich erstmal Zensur da ist (z.B. in der Form von der Famlilienministerin im Bezug auf Kinderpornographie), dann kommen schnell Forderungen nach mehr und mehr Themen, die zensiert werden sollen. Wenn man Kinderpornos zensiert, wieso dann nicht Bombenbauanleitungen? Oder Nazis ? Oder Linke? Oder sonstwem dessen Fresse mir nicht gefällt? Irgendwelche Menschenleben wird man theoretisch immer "retten müssen".