Nokia 6110 Testbericht

12 Oct 2007

Ich bin nun seit 2 Wochen Besitzer eines Nokia 6110. Nokia-Geräte haben allerdings nicht den besten Ruf. Das merkt man auch an den Kommentar der meisten Bekannten von mir: "Entweder kauft man sich ein Handy oder ein Nokia".

Ich war am Anfang auch etwas skeptisch, ich hatte auch massive Vorurteile gegenüber Nokia-Geräten. Teilweise haben die sich auch bestätigt. Aber beginnen wir erstmal mit dem Aussehen.

Nokia 6110 (closed)

Nokia 6110 (opened)

Das Navigator ist ein etwas klobiges Handy, allerdings ist die weiße Version optisch schon ziemlich edel. In schwarz wirkt es etwas klobiger als die weiße Variante. Die Verarbeitung ist sehr ordentlich, nix wackelt, keine komischen Geräusche beim auf- und zuschieben des Handys. Die Haptik überzeugt also auf ganzer Linie.

Ich habe dieses Handy hauptsächlich gekauft, da es die billigste und einfachste Möglichkeit ist, immer ein Navigationsgerät bei mir zu haben. Als Navigations-Gerät funktioniert es super, Route66 ist schnell gestartet und die Menüführung in der Software ist ausgezeichnet. Man kann sich Routen zu Kontakten oder zu frei eingebbaren Adressen berechnen lassen. Dabei geht das Berechnen der Route schnell von der Hand, die Befehle kommen klar und rechtzeitig. Das kleine Display ist eventuell in schwierigen Verkehrssituationen im Stadtverkehr mit Vorsicht zu genießen, durch die Größe lenkt es zu stark vom eigentlichen Verkehr ab.

Einziges wirkliches Manko im Navigations-Modus ist die Wartezeit, bis das Handy die Position per GPS findet. Dies dauert im Schnitt 20-30 sek, in Ausnahmefällen leider auch mal 2 Minuten oder mehr. Berichte, nach denen das Handy die Position gar nicht bestimmen konnte kann ich in den ersten 2 Wochen meiner Nutzung nicht nachvollziehen. Bei freiem Himmel ging es eigentlich immer.

Neben der Navigation kann das Handy natürlich auch zum telefonieren und SMS verschicken genutzt werden. Dabei ist die Sprachqualität hervorragend und die Eingabe der Texte ist sehr flüssig. Es sind keine Verzögerungen beim Tippen merkbar. Allerdings verfügt das Handy nicht über die Möglichkeit Smileys einzugeben. Diese müssen "zu Fuß" eingegeben werden. Etwas umständlich, aber es geht auch so. Von meinem Sony Ericsson war ich da besseres gewohnt.

Die Synchronisation des Adressbuches funktioniert einwandfrei mittels Bluetooth 2.0 und iSync auf meinem Mac. Allerdings ist dafür die Installation eines Treibers von Nokia notwendig.

Die Menüführung des Nokia ist fast immer einigermaßen verständlich, es gibt allerdings auch in dem Navigator die üblichen "Aussetzer" der Menü-Entwickler. Um zum Beispiel die Programme in der Schnellzugriffs-Funktion im Hauptmenü des Handys zu ändern muss man in Einstel. > Tel.-einstell. > Allgemein > Personalisieren > Standby > Schnellzugriffe . Warum man das in Standby einsortiert bleibt mir ein Rätsel. Ohne Hendrik hätte ich dies nie gefunden. Es gibt also noch viel Raum für Verbesserungen gerade bei der Usability des Gerätes.

Gekauft habe ich das Gerät im Mobilcom Shop Lingen. Der Service war ausgezeichnet. Wenn Ihr auch ein Handy braucht und in der Nähe von Lingen wohnt ist der Laden einen Besuch wert !